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PREVERA CAFM Consulting Villach österreich


Nachbericht zum Fachforum planen - bauen - nutzen 16./17. Juni 2010

Das Fachforum planen - bauen - nutzen 2010 fand am 16. Juni im Kunsthaus Graz und am 17. Juni in Wiener Florido Tower statt. Referenten aus Wirtschaft und Wissenschaft präsentierten spannenden Vorträgen rund um den Lebenszyklus und ihre aktuellen Projekte.

Das Kunsthaus Graz ist der ideale Ort für innovative Ideen und bildete den passenden Rahmen für das Fachforum planen - bauen - nutzen, eine Veranstaltungsreihe, die als Innovation bezeichnet werden kann. i-pm, Sidoun und PREVERA sind die Initiatoren der neuen Plattform planen - bauen - nutzen, die sich mit dem Lebenszyklus von Immobilien auseinandersetzt. Denn drei Elemente bilden die Basis für eine ganzheitliche Betrachtung des Lebenszyklus von Immobilien: 1. ein effizientes Informations- und Projektmanagementsystem in der Planung, 2. eine dynamische Kostenplanung und -kontrolle in der Bauphase sowie 3. ein durchdachtes Facility Management Konzept für die spätere Nutzung.

Zahlreiche Experten und Entscheidungsträger von namhaften Bauunternehmen, Architektur- und Planungsbüros, Immobilienentwickler und Bauträger ließen sich von den interessanten Vorträgen und Präsentationen inspirieren.

Herr Klaus-Carl Herzog, FM Leiter der Steiermärkischen Sparkasse machte mit seinem Vortrag zum Thema "Kosteneinsparung durch Gebäudeoptimierung" den Anfang. Herr Herzog berichtete darüber, wie der Unternehmensbereich Facility Management bei der Steiermärkischen Sparkasse strukturiert ist und welche Voraussetzungen für die Einführung und Optimierung des CAFM-Systems geschaffen werden mussten. Dabei zeigte er die Komplexität der Organisationsstruktur auf und veranschaulichte deutlich, wie Facility Management in diese integriert wurde. Als Live-Projekt stellte Herr Herzog die derzeit in Bau befindliche Firmenzentrale in Graz vor. Bei der Zusammenführung von mehreren innerstädtischen Standorten stellt nicht nur die Flächenoptimierung im neuen Gebäude eine große Herausforderung dar, sondern auch die weitere Nutzung der freigewordenen Flächen. Zum Abschluss stellte Herr Herzog noch den Einsatz des Serviceportals und Helpdesks vor. Sein äußerst interessanter und umfangreicher Vortrag bildete genau den richtigen Auftakt für eine abwechslungsreiche Veranstaltung.

Der zweite Vortrag löste Diskussionen und Emotionen aus. Herr DI Dr. Thomas Mathoi stellte in seinem Vortrag über High-Speed Projects neue Ansätze und Methoden zur Projektabwicklung vor. Er zeigte auf, wie "Scrum" - ein Modellansatz, ursprünglich aus der Softwareentwicklung, der auf flexible und schlanke Prozessen basiert und sich durch kurze Feedbackschleifen und hoher Transparenz auszeichnet - auf das Bauprojektmanagement übertragbar ist. Der Ansatz von Herrn Mathoi, Social Media Plattformen wie z.B. Twitter oder Flickr in die Projektabwicklung einzubinden, sorgte auch noch in der Pause für hitzige Diskussionen.

Herr Dr. Wilfried Strobl stellte ein Projekt aus seiner früheren Tätigkeit bei Rhomberg Bau vor. Unter dem Titel "Flexibilität bis zur letzten Minute" zeigte er auf, welche Herausforderungen bei der Abwicklung einer Großbaustelle wie dem Hauptbahnhof Salzburg aufgetreten. Ob ein zu hoch liegender Mischwasserkanal, die Verlegung der Lokalbahn oder ein Bombenalarm, der sich glücklicherweise als Fehlalarm herausstellte, - Herr Strobl zeigte, wie diese Aufgaben gelöst wurden und mit dem Einsatz der Projektplattform think project! umgesetzt wurden. Innerhalb von 2 ½ Jahren wurden die gesamte Kommunikation, Dokumentation, Archivierung, sowie das Plan- und Qualitätsmanagement mittels Aufstellung einer Parallelorganisation durch i-pm bewerkstelligt.

Herr Strobl stellte mit seinem Vortrag den perfekten Kontrast zu seinem Vorredner dar. Alle Redner gemeinsam sorgten für einen gelungenen, vielfältigen und kurzweiligen Vormittag in Graz.

Am zweiten Tag fand das Fachforum planen - bauen - nutzen seine Fortsetzung in der Florido Lounge im 30. Stock des Florido Towers in Wien. Herr Georg Pleva, Projektleiter der Porr Technobau und Umwelt AG, stellte in seinem Vortrag die für Wien derzeit bedeutendste Infrastrukturmaßnahme vor. Beim Projekt Hauptbahnhof Wien mit einer Größe von 109 ha geht nicht nur um eine Verkehrsstation, sondern um die Entwicklung eines gesamten Stadtviertels. Die Komplexität des Projektes erfordert eine transparente und lückenlose Projektdokumentation, die mit dem Einsatz der Projektplattform think project! bewerkstelligt wird. think project! ermöglicht allen ARGE-Partnern eine gemeinsame Ablagestruktur. Es gibt einen zentralen Posteingang für alle Beteiligten. Dieser wird über das Sekretariat verteilt und in die Struktur abgelegt. Alle ARGE-Partner arbeiten somit mit einer vollständigen Projektdokumentation. Eine parallele Archivierung aller Kommunikationsvorgänge und vor allem deren Unlöschbarkeit schaffen einen nachvollziehbaren, komplett digitalisierten Bauakt.

Anschließend stellte Herr Dipl.-Ing. Hartwig Schindler, IC consulenten Ziviltechniker GmbH, eine bauwirtschaftliche Methode zur vollständigen Kostenverfolgung und Kostenprognose von Bauprojekten im Hochbau und Tiefbau vor. Die vorgestellte Methodik erfasst die Prognosegrößen (wie angemeldete Mehrkostenforderungen, Mengenänderungen, Gleitung/Valorisierung und Risikoansätze für Unvorhergesehenes/Unbekanntes) auf Auftragsebene und für noch nicht vergebene Leistungen auf Kostenansatzebene.

Zum Abschluss präsentierte Herr DI Thomas Schnabl, Geschäftsführer der PREVERA Consulting GmbH, anhand von ausgewählten Projekten, wie bereits in der Planungsphase ein Datenmanagementsystem für den Gebäudelebenszyklus eingesetzt werden kann, um so schon während der Planung eine Optimierung der späteren Immobilienbewirtschaftung zu erzielen. Beim Um- und Neubau des Geriatriezentrums Donaustadt kommt für das planungsbegleitende Datenmanagement das PREVERA Raumbuch zum Einsatz, das allen beteiligten Planern zur Datenerfassung zur Verfügung steht. Die Mengen und Qualitäten bilden die Basis für Leistungsverzeichnisse und Kostenschätzungen für die spätere Verwendung in einem CAFM System. Weiters zeigte Herr Schnabl die Funktionsweise des Helpdesks beim neuen Verwaltungszentrum des Landes Kärnten und wie der Prozess der Störungsmeldungen und deren Bearbeitung hinsichtlich Kommunikation und Prozessschrittvereinfachung mit einfachen Mitteln optimiert werden.

Das nächste Fachforum planen - bauen - nutzen ist für Frühling 2011 geplant. Aktuelle Vorträge auf höchstem Niveau werden auch im nächsten Jahr wieder für neue Impulse rund um den Gebäudelebenszyklus sorgen.